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Wichtig: Verhütung und Schutz

Streunerkatzen leidenDem Wohlergehen ALLER Hauskatzen zuliebe müssen wir ihre Fortpflanzung dringend einschränken. Lassen Sie Ihre Katze und Ihren Kater rechtzeitig kastrieren und unterstützen Sie Kastrationsaktionen für verwilderte Katzen, z.B. über das Bündnis Pro Katze.

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Christa war ein Clickerfan, unterbrach sogar ihre Ausflüge für diese angenehme BeschäftigungDas Clickertraining eignet sich hervorragend, um eine gute Beziehung zwischen Katze und Mensch aufzubauen und zu erhalten. Nein, Aus, Pfui oder gar Strafen gibt es nicht, sondern entweder ein vorher erlerntes Geräusch, z.B. "Klick", das ein erfolgreiches Verhalten exakt markiert und die Belohnung, meist eine Leckerei, ankündigt. Die Katze lernt durch Versuch und Irrtum und letztlich am Erfolg. Es ist Betteln auf hohem Niveau, nur dass der Mensch insgeheim die Spielregeln vorgibt, die allerdings auch an dem Individuum Katze orientieren. Kompliziert? Nicht wirklich, denn Sie kennen doch sicher das Spiel "Heiß und kalt", das ganz ähnlich funktioniert.

Muss eine Katze überhaupt Tricks lernen und erzogen werden?

In der Hundeszene ist das Clickertraining als moderne Ausbildungsmethode schon seit vielen Jahren beliebt, schließlich lernen die Tiere mit diesem Hilfsmittel stressfrei und gerne viele Tricks und nützliche Übungen für den Alltag. Die Katzenpsychologin Birga Dexel stellte diese interessante Trainingsmethode 2012 in der VOX-Serie "Katzenjammer" im Umgang mit Samtpfoten vor, seitdem erfreut sich der Clicker auch bei vielen Katzenfreunden zunehmender Beliebtheit. Im Herbst 2012 wurde ich eingeladen, in der Fernsehserie "Tiere suchen ein Zuhause" des WDR das Clickern mit Katzen als Expertin zu kommentieren. Kurz gesagt kann das Clickertraining die Beziehung zu Menschen enorm verbessern – und vieles mehr.

Lernen ist ein elementarer Bestandteil im Leben aller Wirbeltiere. Die Vorteile, Erfahrungen nicht immer und immer wieder neu machen zu müssen, sondern auf gespeicherte Informationen zurückgreifen zu können, liegen auf der Hand. Es ist so wichtig, auch im Leben unserer Katzen, dass eigentlich ständig gelernt wird: Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden oder Signale, die bestimmte Ereignisse ankündigen, z.B. bevorstehende Fütterung, Tierarztbesuch oder weiter schlafen können. Durch andere, wichtige Lernprozesse verknüpft Mieze ihre eigenen Verhaltensweisen mit den direkt folgenden Auswirkungen/Konsequenzen – durch Lernen am Erfolg bzw. Versuch-und-Irrtum-Lernen. "Wenn ich meinen Menschen beim Essen ganz fest ansehe, dann kriege ich auch was ab." oder auch "Wenn das Ansehen nichts bringt, und ich ihm auf die Pelle rutsche, dann kriege ich doch was ab." oder "Das Essen selbst von seinem Teller nehmen zu wollen, funktioniert nicht." Am liebsten lernen Katzen natürlich aus guter Erfahrung und kommen möglichst schnell zum gewünschten Erfolg – wer nicht?

Durch unser Know-how und mit etwas Übung können Katzen durchaus lernen, sich am Tisch manierlich zu verhalten, Besucher und Hunde zu tolerieren, an Geschirr und Leine spazieren zu gehen und noch mehr Übungen, die das Zusammenleben harmonischer gestalten. Und auch Kunststückchen, wie High Five, Slalom um Beine laufen, einen Agility-Parcours im Wohnzimmer zu überwinden, Hütchenspiele oder "Memory" lernen sie schnell, wenn der menschliche Trainingspartner weiß wie. Solche und andere Tricks sind eine hervorragende Beschäftigungsmöglichkeit für unterforderte Stubentiger wie aktive Freigänger, die nicht nur durch Bewegung, sondern hauptsächlich durch Denken gefordert werden. Jede gemeisterte Aufgabe ist ein Erfolgserlebnis und erhöht die Zufriedenheit, das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Das sollten Sie auch Ihrer Katze gönnen.

Warum ein Clicker?

Er ist eine ebenso einfache wie geniale Methode, Verhalten punktgenau positiv zu verstärken (zu belohnen) und Ihrer Katze schnelle Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Damit wird Mieze nicht nur körperlich und geistig beschäftigt, sondern auch die Beziehung verbessert sich deutlich. Sie können ihr

  • neue Tricks beibringen
  • und unerwünschte abgewöhnen,
  • Pflegemaßnahmen stressfrei gestalten,
  • scheue und ängstliche Katzen aufbauen
  • und Verhaltensprobleme vermeiden – unter fachkundiger Anleitung auch lösen.

Und das alles völlig ohne Strafe, allein mit Leckerchen (wahlweise Streicheleinheiten, verbales Lob oder Spiel), einem Clicker – und Geduld. Die "goodies" zu verschenken, ist ja schön und gut, aber sie zusammen mit dem Clicker als Belohnung einzusetzen, hinterlässt eine deutlich zufriedenere und ausgeglichene Samtpfote.

Mittlerweile "arbeiten" auch zahlreiche Zootierpfleger mit ihren Pfleglingen und dem Clicker und ermöglichen damit stressfreie veterinärmedizinische Untersuchungen bis hin zur Blutabnahme bei Tiger, Hyäne, Gorilla & Co. "Meine Katze macht nur, was sie will" ist also keine Ausrede, sie hat nur mehr Geduld als ihr Mensch. Auch Katzen sind für das Clickertraining empfänglich, und zwar sehr! Katze Christa begann im "zarten" Alter von 10 Jahren mit dem Clickertraining, als sie zu uns kam; sie liebte das Clickern bis zu ihrem Tod im letzten Jahr und unterbrach für unsere Übungen sogar ihre Ausflüge in den Garten.

Ein paar Regeln stellen sicher, dass die Katze bei Laune bleibt

  • Clickertraining ist ein Geschicklichkeitsspiel. Mieze bietet uns ein Verhalten an und erhält genau zum richtigen Zeitpunkt ein "Click" (bzw. Klick-Klack), dann bekommt sie ihre eigentliche Belohnung, z.B. Futter. Wenn das Timing stimmt, lernt die Katze wirklich schnell, wie sie den Click auslösen kann.
  • Es gibt keinerlei Strafe, Zwang, Druck oder Verbot! Sie sind auf die freiwillige Mitarbeit Ihrer Katze angewiesen und auf die Qualität der Belohnung.
  • Locken ist erlaubt, allerdings nur wenige Male, um die Katze auf die richtige Idee zu bringen, welches Verhalten erfolgreich sein könnte.
  • Unerwünschte oder unangebrachte Verhaltensweisen werden lediglich ignoriert, es gibt in diesem Fall eben keinerlei Verstärkung – auch keine tröstenden Worte oder erwartungsvolles Anschauen; dies würde nur zu Missverständnissen führen und Ihre Katze unnötig verwirren.
  • Auf Kommandos wird vorerst verzichtet. Texten Sie Mieze nicht zu, wenn sie noch gar nicht weiß, was sie machen soll. Dies wird erst zu einem späteren Zeitpunkt trainiert. Da ein Kommandoton auf Katzen eher abschreckend und einschüchternd wirkt und sie viel häufiger auf eine freundliche Ansprache reagieren, benutze ich lieber die Bezeichnung "Signal" – auch wenn Mieze’s Reaktionen nach Abschluss der Lernphase meistens doch wie auf Kommando kommen.
  • Der Clicker löst punktgenau ein vorher unbekanntes, deutliches, stets gleiches, nicht Angst einflößendes, Signal aus. Es kann ein Knackfrosch aus der Kinderspielzeugkiste oder ein "Proficlicker" mit wählbaren Clicktönen sein, oder auch ein Zungenschnalzen. Durch dieses Signal ist nach der klassischen Konditionierung eine punktgenaue Verstärkung möglich, auch wenn die Katze nicht in Ihrer unmittelbaren Nähe und eine Futterbelohnung nicht sofort verfügbar ist. Die Katzen Clicker-Box enthält übrigens einen besonders leisen, katzenfreundlichen Clicker.
  • Als Belohnung eignen sich begehrte Leckerchen, die es möglichst nur zu diesen Übungen gibt. Erbsengröße reicht aus, sonst ist Mieze nach drei Übungen schon pappsatt. Im allerersten Lernschritt zum Kennenlernen des Clickers müssen sie sehr lecker sein, später reicht nur lecker. Es gibt für jedes "Click" anschließend eine Belohnung, im Normalfall nur ein Stückchen.
  • Die Katze: fast jede ist geeignet, sie muss nur wach und empfänglich für Futter sein (oder Spiel, Streicheln, Lob) sowie angstfrei.
  • Der Mensch benötigt Einfühlungsvermögen und Feingefühl für die Katze, außerdem schnelle Reaktionen, Fantasie, Geduld und gute Laune, da das Clickertraining mit Katzen – wie der Umgang mit ihnen generell – nicht nur von der jeweiligen Katzenpersönlichkeit, sondern auch stark von ihrer momentanen Motivation abhängt.

Informieren Sie sich über die neue Katzen Clicker-Box mit ausführlichen Grundlagen, Anleitungen für viele Übungen und Tricks und einem besonders leisen Clicker.

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Tierverhaltenstherapie – catility

Dipl.-Biol. Birgit Rödder

Kop Nück 3

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Tel. 02257 - 95 27 44

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    Katzen Clicker-BoxWas Katzen wirklich wollen