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Wie gut erkennen wir Stress bei Katzen?

Sind Katzen gestresst? Und wie sieht man es ihnen an?Stress kennt jeder. Aber nicht jeder glaubt, dass auch Katzen ihn empfinden und darunter leiden können. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Katzenhalter außerdem nur sehr deutliche Stressreaktionen erkennen, viele werden übersehen und als normales Verhalten interpretiert.

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Erholsame Entspannungszeit ist ein Vorteil einer guten Mensch-Katze-Beziehung

Die Beziehungen von Menschen zu Katzen sind äußerst unterschiedlich und reichen von einer "Nutztierhaltung" im Sinne der Mäusejagd, etwa in landwirtschaftlichen Betrieben, bis zum Partner- oder Kindersatz. Die Fürsorge für Hauskatzen, ihre Beobachtung und Pflege, Beschäftigung und v.a. der Körperkontakt durch Streicheln einer Katze wirken z.B. blutdrucksenkend, dadurch beruhigend und insgesamt gesundheitsfördernd. Kinder profitieren vom Zusammenleben mit Katzen etwa durch eine Stärkung ihrer Abwehrkräfte und Förderung des Verantwortungsgefühls. Es wundert daher nicht, dass die Zahl der Katzen auch in deutschen Haushalten immer weiter zunimmt.

Probleme im Zusammenleben entstehen häufig durch falsche Erwartungen an die Katze, Missachtung ihrer biologischen und/oder psychischen Bedürfnisse und zu unbedarften Umgang.

Die Wahl einer neuen Katze erfolgt häufig anhand des Aussehens der Katze, statt der wichtigeren Persönlichkeitsmermale, die dabei teilweise völlig übergangen werden. Dies ist schon deshalb kritisch, weil große Abweichungen der Katzenpersönlichkeit von den erwarteten Eigenschaften den Aufbau einer Beziehung nachhaltig beeinträchtigen können.

Da die Lebenserwartung von Hauskatzen bei guter Pflege und tierärztlicher Betreuung nicht selten bei 20 Jahren liegt, sollten auch die Überlegungen zur Katzenhaltung möglichst langfristig erfolgen und zu erwartende drastische Änderungen der Lebensführung berücksichtigen, z.B. Ausbildung oder Familiengründung, um die Anpassungsfähigkeit einer neuen Katze nicht überzustrapazieren.

Dies betrifft auch die voraussichtliche Anzahl der Katzen im Haushalt bzw. die spätere Vergesellschaftung einer lange einzeln gehaltenen Katze, die an Langeweile und Unterforderung leidet. Je früher eine Katze jedoch in ihrer Kindheit von ihren Artgenossen getrennt wurde und je länger sie auf weitere Kontakte mit ihnen verzichten musste, desto schwieriger wird eine Vergesellschaftung. Jungkatzen sollten daher möglichst paarweise oder in kleinen Gruppen aufgenommen werden bzw. leben, natürlich unter Berücksichtigung ihrer Persönlichkeiten, also in charakterlich passender Konstellation. Potenzielle Einzelkatzen sind nicht selten in Tierheimen zu finden und sollten bei Bevorzugung einer Einzelhaltung anstelle einer jungen Katze aufgenommen werden.

Die zunehmende Zahl heimatloser Katzen ist ein Argument vieler Halter für die Haltung größerer Katzengruppen, die jedoch oft wahllos und unabhängig von deren Sozial- und Territorialverhalten vergesellschaftet werden und oft unter beschränkten Bedingungen leben müssen. Für ein weitgehend harmonisches Zusammenleben sind jedoch immer die individuellen Vorlieben und Abneigungen aller Katzen zu berücksichtigen sowie die Dynamik von Beziehungen. Nach der Eingliederung in einen schon bestehenden Katzenverband sind die Beziehungen zwar meist relativ stabil, aber das Beziehungsgefüge wird durch jeden Neuzugang belastet bzw. verändert.

Die Aufnahme einer Hauskatze bedeutet die Pflege eines kleinen, ursprünglich dämmerungs- und nachtaktiven, territorialen und solitär lebenden Raubtiers. Seine individuellen Bedürfnisse können durchaus unterschiedlich ausfallen, bei Missachtung jedoch zu zahlreichen Verhaltensauffälligkeiten und Konflikten führen. Sie müssen auch in reiner Wohnungshaltung weitgehend erfüllt werden, inklusive Berücksichtigung ihres Erkundungs- und Beutefangverhaltens. Dies bedeutet für den Halter täglich mehrere Stunden Beschäftigung seines Haustiers in einer katzengerecht eingerichteten Wohnung und einigen Einsatz zur Erfüllung der teilweise recht anspruchsvollen Bedürfnisse.

Zu falschem Umgang gehören unüberlegte Interaktionen bei der Zusammenführung von Katzen, auch Ignorieren von heftigen Kämpfen und Verfolgungsjagden, sowie eine völlig fehlende oder falsche Erziehung der Jungkatze ohne Rücksicht auf deren Erfahrungen und spätere Erwartungen. Junge Katzen werden oft über die Maßen mit Aufmerksamkeit und anderen Zuwendungen bedacht und entwickeln dann eine enorme Anhänglichkeit. Ein falscher Umgang durch gänzlich fehlende Grenzen oder heftige Kampfspiele führt bei der erwachsenen Katze oft zu erhöhter Aggressivität, die nicht mehr vom Halter toleriert wird. Die Folge ist oft eine drastische Änderung der Haltungsbedingungen in Form eines erzwungenen Freigangs bzw. Aussperren der Katze aus dem Wohnraum, unüberlegtes und falsches Strafen oder ihre Abgabe. Solche Katzen haben jedoch eine extrem niedrige Chance vermittelt zu werden.

Aus Unwissenheit und/oder Hilflosigkeit werden oft auch angstmotivierte Verhaltensweisen bestraft, Fauchen und Pfotenschläge, die in der Regel der Abwehr dienen, sogar mit Angriffselementen gepaart auftreten können und dann einen Scheinangriff zur Verteidigung darstellen. Die Strafen bedeuten für die Katze jedoch eine – zusätzliche – Bedrohung und verstärken ihre Abwehr in der nächsten Konfliktsituation. Es ist daher sinnvoll, dass Katzenhalter zwischen defensiver und offensiver Aggression unterscheiden können oder einen Katzenpsychologen zu Rate ziehen, da die Abgrenzung oft schwierig ist.

Generell sollten Strafen, wenn überhaupt, dann wohlüberlegt und korrekt eingesetzt werden, damit die Beziehung der Katze zum Menschen nicht belastet wird oder durch Frustration zu weiteren Verhaltensauffälligkeiten führt. Dies ist viel schwieriger als man denkt. Daher sollte man besser erwünschte Verhaltensweisen verstärken bzw. belohnen. Beide, sowohl Bestrafung als auch Belohnung, erfordern eine sorgfältige Auswahl und exaktes Timing, um als solche wirken zu können. So werden durch zu späten Einsatz von Strafen oft erwünschte Verhaltensweisen getadelt oder die Beziehung zum Menschen belastet, und durch unpassende Belohnung unerwünschte Verhaltensweisen verstärkt.

Eine sehr intensive Beziehung zur Katze birgt die Gefahr der Vermenschlichung. Sie ist groß, da jede Katze eine einzigartige und liebenswerte Persönlichkeit darstellt. Um ihr gerecht zu werden, sollte sie jedoch als Katze behandelt werden – mit Respekt für ihr Wesen und ihre Bedürfnisse.
Dies betrifft auch das Thema Kastration, das nicht aus menschlicher Sicht betrachtet werden darf, sondern sich sachlich auf das Problem der stetig wachsenden Katzenpopulation auch in Deutschland beziehen sollte, mit dem auch die mittlerweile mit Katzen überbelegten Tierheime zu kämpfen haben.

Grundlagen für eine konfliktarme Beziehung sind also Kenntnis der Biologie und Respekt für die Bedürfnisse der Katze sowie einige Überlegungen über die eigenen Erwartungen, die Auswahl der geeigneten Katze/n und den Umgang mit ihr bzw. ihnen. Bei reiner Wohnungshaltung bedeutet es oft eine Gratwanderung zwischen der Erfüllung ihrer Ansprüche und dem Nachkommen ihrer Forderungen. Mit Geduld, Toleranz und Einfühlungsvermögen erhält die Beziehung jedoch beste Chancen für ein harmonisches Zusammenleben.

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Tierverhaltenstherapie – catility

Dipl.-Biol. Birgit Rödder

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