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Wie gut erkennen wir Stress bei Katzen?

Sind Katzen gestresst? Und wie sieht man es ihnen an?Stress kennt jeder. Aber nicht jeder glaubt, dass auch Katzen ihn empfinden und darunter leiden können. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Katzenhalter außerdem nur sehr deutliche Stressreaktionen erkennen, viele werden übersehen und als normales Verhalten interpretiert.

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Gut sozialisierte Katzen finden schnell Freunde

Die weitgehend solitär lebende Falbkatze hat sich im Laufe der Domestikation zum "geselligen Einzelgänger" Hauskatze gemausert. Katzen können, in Gesellschaft leben, müssen es aber nicht.

Die Sozialsysteme der Hauskatzen sowie ihr Sozialverhalten wurde schon in den 70-er und 80-er Jahren ausführlich erforscht. Die Ergebnisse führten zur Erkenntnis, dass Katzengruppen außerordentlich vielfältig aufgebaut sind. Nicht kastrierte Katzen, denen ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, etwa durch Zufütterung, bleiben im Territorium der Mutter, das spätestens bei ihrer Geschlechtsreife zu einem Gruppenterritorium wird. Kätzinnen bleiben in ihrem Heimatterritorium, während die Kater später als erwachsene "Deckkater" sehr große Gebiete durchstreifen, mehrere dieser Gruppen besuchen und sich mit möglichst mehreren Kätzinnen paaren. Die Katzen jeder Gruppe pflegen allerdings unterschiedliche Beziehungen zueinander, von sehr engen Freundschaften bis zur ausgeprägten Ablehung.

Unter den kastrierten Hauskatzen, die wir heutzutage erfreulicherweise immer häufiger treffen, sind die Beziehungen nicht einfacher gestrickt. Der größte Unterschied zu den "intakten" Katzen betrifft die Kater, die als Kastraten sehr enge Freundschaften miteinander eingehen können – unter unkastrierten undenkbar. Auch die Kätzinnen verhalten sich friedlicher gegenüber Katern und sogar unverwandten Geschlechtsgenossinnen, wenn sie in ihrem 1. Lebensjahr kastriert wurden.

Allerdings wird der Grundstein für die Verträglichkeit mit Artgenossen von jedem Individuum während der sensiblen Phase der Sozialisation erworben. Eine Jugend in freundlicher Katzengesellschaft ist deshalb Voraussetzung für ein späteres, glückliches Katzengruppenleben. Aber auch die Art der Gesellschaft in ihrem weitere Leben wirkt sich aus: Auch viele gut sozialisierte Katzen, die 1-2 Jahre lang nur unter Menschen lebten, lehnen eine zweite Katze ab, die sie als Konkurrent bzw. Eindringling empfindet. Es ist daher nicht immer eine gute Idee, einer erwachsenen Katze eine zweite zu "schenken". 

Gut innerartlich sozialisierte Katzen können allgemein sehr gut zu zweit oder in kleinen Gruppen leben; sechs hat sich als recht sichere Obergrenze herausgestellt, bei mehr steigt die Wahrscheinlichkeit von Problemen – oft Angst/Aggression, Unsauberkeit und Harnmarkieren – stark an. 

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Tierverhaltenstherapie – catility

Dipl.-Biol. Birgit Rödder

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