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Wichtig: Verhütung und Schutz

Streunerkatzen leidenDem Wohlergehen ALLER Hauskatzen zuliebe müssen wir ihre Fortpflanzung dringend einschränken. Lassen Sie Ihre Katze und Ihren Kater rechtzeitig kastrieren und unterstützen Sie Kastrationsaktionen für verwilderte Katzen, z.B. über das Bündnis Pro Katze.

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Foto: Sabine Schmidt, www.cats-on-couch.de

Wie zufrieden ein Stubentiger mit seinem „Örtchen“ ist, zeigt sein Verhalten dort, wie Forscher aktuell herausfanden. Sie beobachteten nicht weniger als 39 Verhaltensweisen, die sie entspanntem und notgedrungenem Aufsuchen zuordneten.

Der Kauf von Katzenklos will wohlüberlegt sein, schließlich soll die Katze ihre „Geschäfte“ ausschließlich dort hinterlassen. Wie zufrieden ein Stubentiger mit seinem „Örtchen“ ist, zeigt sein Verhalten dort, wie Forscher nun herausfanden. Sie beobachteten nicht weniger als 39 Verhaltensweisen, die sie entspanntem und notgedrungenem Aufsuchen zuordneten.

Viele Studien über die „Sauberkeit“ von Katzen beschäftigen sich mit Harnmarkieren und dessen Vermeidung. Über das Ausscheidungsverhalten, also den „normalen“ Klobesuch, gibt es nur recht allgemeine Empfehlungen, wie Anzahl der Klos, Größe und Bedachung, Standort und Substrat, Sauberkeit – und Stressvermeidung bzw. -reduktion. Hersteller legen leider mehr Wert auf die Vorlieben der menschlichen Bewohner und bieten leicht zu säubernde oder sogar selbstreinigende Klos an, bevorzugt mit Deckel und Klappe und in trendigen Formen und Farben.

Was passiert auf dem Klo?Foto: Sabine Schmidt, www.cats-on-couch.de

Informationen darüber, was eine Katze gewöhnlich auf dem Klo macht, sind eher oberflächlich: Vertiefung graben, ausscheiden, schnuppern, vergraben. Auch der diesbezüglich „unzufriedenen“ Katze wurde schon über die Schulter geschaut, z.B. kratzen manche von ihnen am Wannenrand oder Deckel. Solche Hinweise sind jedoch bisher dürftig und reichen nicht immer aus, um zu erkennen, wie angenehm die Katze ihre Klobesuche empfindet, d.h. ob es ihr überhaupt zusagt, wie gerne sie es aufsucht – und wie sicher sie sich nur dort löst.

Ragen McGowan und ihre Kollegen haben ihren „Versuchskatzen“ bei Klobesuchen deshalb genau zugeschaut. Zur exakten Analyse teilten sie die mit Videokameras aufgezeichneten Verhaltensweisen in drei Intervalle: vor, während und nach dem „Geschäft“. Sie gingen davon aus, dass Katzen sich auf einem gemütlichen Klo anders verhalten als auf einem ungemütlichen, boten denselben Katzen nacheinander zwei extreme Klomodelle zu und analysierten die Aufenthalte. Sie beobachteten einerseits Körperhaltungen und -bewegungen, aber auch dezente Gesten wie Ohrstellung und Schwanzhaltung und viele mehr.

Mithilfe dieser Ergebnisse erstellten sie eine Positiv- und Negativ-Liste, die sich hervorragend dazu eignet, um etwa im Heim festzustellen, wie zufrieden die Miez mit ihrem Klo ist – die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Hat sie mehrere Modelle zur Auswahl, kann man beobachten, welche ihr zusagen und welche nicht. Auch wenn sie vielleicht eines wegen des besseren Standorts häufiger benutzt, verrät sie durch ihr Verhalten, wie sie tatsächlich dazu steht.

Der Vergleich

Für ihre aktuelle Studie verglichen die Wissenschaftler das Ausscheidungsverhalten in unterschiedlich „luxuriösen“ Umgebungen und Klos, einem so genannten bereicherten und einem klinikartig-spärlichen:

Das „Luxusklo“ befand sich in einem gut 3 × 4 m großen Raum mit Fenster, erhöhten Plattformen und Spielzeugen. Es war mit 89 × 89 × 17 cm großzügig bemessen, enthielt gut 5 cm tiefe, feinkörnige, saugende und geruchsbindende Streu, in der die Katzen ihre Hinterlassenschaften vergraben konnten. Dieses Modell wurde für ein durch und durch positives Kloerlebnis konzipiert.

Neun Tage später wurde denselben Katzen ein „spärliches“ Klo in einem Käfig von 71 × 61 × 81 cm zugewiesen, mit einer erhöhten Plattform und Spielzeugen, ähnlich den Bedingungen in einer Tierklinik zur „Gewinnung“ einer Urinprobe. Das Klo war mit 41 × 30 × 10 cm ziemlich klein und mit 1 cm dicken Polypropylen-Perlen statt „grabbarer“ Streu. Diese Bedingungen entsprechen eher einem Dixie-Klo, wenn auch keinem öffentlichen, da jede Katze ihr eigenes besaß.

Die Unterschiede

Das spärliche Klo suchten Katzen für beide Geschäfte deutlich seltener auf als das luxuriöse, der Urinabsatz dauerte dafür länger – die tägliche Blasenfüllung bleibt immerhin einigermaßen gleich. Diese Besuche kann man sicher als „Notdurft“ interpretieren, mit der Gefahr, dass sie unter schlechten Klobedingungen möglichst lange einhalten – dies ist auch gesundheitlich kritisch zu werten! Daraus folgt, dass ein kurzer Aufenthalt im Klo auf ein positives Erlebnis hindeutet, und von der Katze umso unangenehmer empfunden wird, je länger er dauert (incl. gesundheitlicher Probleme!).

Die „Sitzungen“ dauerten auch deshalb länger als im Luxusklo, weil die Katzen vor dem Betreten des Klos zögerten, lange außerhalb der Klos pfötelten (Verlangen zu graben) und schnupperten. Auch nachdem das Geschäft erledigt war, schnupperten sie in kleinen Klos länger an ihren großen und kleinen Hinterlassenschaften und auch drumherum.

In den kleinen Klos ging es außerdem wesentlich hektischer zu als in den großen: die Katzen gingen hinaus und hinein (nicht immer mit allen 4 Pfoten), standen auf dem Rand und wechselten im Kistchen häufig ihre Position, was man als Unzufriedenheit interpretieren kann.

Foto: Sabine Schmidt, www.cats-on-couch.deNach dem Kotabsatz in den kleinen Klos scharrten die Katzen lange außerhalb der Kistchen oder an deren Rand, niemals bei großen Klos. Vermutlich verlegten sie ihre Tendenz zum Vergraben von Häufchen nach draußen, weil es in den großen Perlen schwieriger war als in feinkörniger Streu bzw. unmöglich.

In den kleinen Klos schnupperten die Katzen außerdem wesentlich länger und häufiger (nach Verlassen und sofortiger Rückkehr) an ihren Exkrementen, v.a. Häufchen, als in großen Klos. Wenn die Miez lange im Klo schnuppert, ist dies offenbar ein Zeichen von Unzufriedenheit – und dringend Zeit für eine Reinigung.

In dieser Studie suchten alle Katzen ihre Luxusklos zuverlässig auf, keine löste sich daneben, unter den schlechten Bedingungen fand man neben den Klos insgesamt vier Pfützen und fünf Häufchen, dies ist für 12 Katzen über vier Tage vergleichsweise wenig. Nun ja, den Versuchskatzen blieb in den kleinen Käfigen als Alternative nur das Verschmutzen ihres spärlichen restlichen Lebensraums – und darauf verzichteten die meisten wohl gerne. Da die Katzen gegenüber den spärlichen Klos viele Zeichen von Unzufriedenheit zeigten, ist Meiden und Elimination außerhalb eines Klos eher als letzter, verzweifelter Hilferuf zu sehen. Dies gilt vermutlich auch für viele Katzen in Haushalten, obwohl denen mehr Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die bei „Klofrustration“ genutzt werden können. Dass die Katze ihr Klo immer benutzt, heißt also nicht unbedingt, dass sie damit zufrieden ist oder es sogar gut findet.

Wichtig finde ich auch die Beobachtungen der Autoren, dass die Katzen die gesamte Fläche der Klos nutzten, egal wie groß das Klo war. Dass die mit den kleinen Klos ihre Aktivitäten wie Schnuppern und Scharren auch direkt neben das Klo richten, zeigt, dass Größe ein wichtiger Faktor ist. Wer seinen Katzen entgegenkommen will, kauft ihnen daher ein Modell, in dessen Länge sie (ohne Schwanz) mindestens anderthalb Mal hineinpasst.

Einige der Ergebnisse führe ich auf die unterschiedlichen Lebensräume zurück, z.B. dass die Katzen unter den spärlichen Bedingungen öfter im Klo standen oder lagen. Im Anschluss an die „Verrichtung“ erschienen sie unter den schlechten Bedingungen wachsamer und putzten sich länger, vielleicht, weil sie im Käfig dem Geruch nicht so gut ausweichen konnten wie im größeren Raum. Nach dem Kotabsatz putzten sich nur die Kätzinnen, wenn sie im kleinen Käfig untergebracht waren, ein Ergebnis, das zumindest teilweise (kein Putzen im Luxusklo) auf die Raumgröße bzw. den fehlenden Abstand zum Kistchen als Hintergrund schließen lässt.

Interessant wäre eine Studie mit leicht veränderter Methodik: Unterbringung der Katzen nur in einem Zimmer, das nacheinander mit einem spärlichen und einem Luxusklo bestückt wird (und umgekehrt). Die Ergebnisse dieses Vergleichs wären aus meiner Sicht aussagekräftiger, weil dadurch die festgestellten Verhaltensunterschiede ausschließlich das Kloempfinden der Katzen widerspiegeln würden, ohne Einfluss der unerschiedlichen Lebensräume.

Quelle: McGowan, R.T.S., J.J. Ellis, M.K. Bensky & F. Martin (2017): The ins and outs of the litter box: A detailed ethogram of cat elimination behavior in two contrasting environments. – Applied Animal Behaviour Science, 194: 67–78.

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