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Katzen und ihre Gemeinschaftsklos

Benutzte Klos sind nicht jederkatz Sache

Wie ein Damoklesschwert hängt das Thema Unsauberkeit über dem Katzenhalter, es kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind Mehrkatzenhaushalte, denn die Samtpfoten lösen sich nicht gerne in einem Örtchen mit Hinterlassenschaften anderer – oder? 

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Katzen zeigen ein detailliertes Ausdrucksverhalten, wenn auch nicht immer deutlich erkennbarIhre Kommunikation ist bei den ursprünglichen Einzelgängern sehr gut ausgeprägt. Katzen verständigen sich über größere Distanzen hauptsächlich durch Markierungen mit Duftstoffen der Ausscheidungen, hauptsächlich im Zuge von Harnmarkierungen. Bei Begegnungen tritt das Ausdrucksverhalten in Form von Gestik und Mimik in den Vordergrund, gegebenenfalls unterstützt von Lautäußerungen. Die Katze teilt damit ihre "Befindlichkeit" mit, aber auch, mit welchen Reaktionen der "Gegner" bei einer weiteren Annäherung oder seinem Rückzug rechnen muss.

Lautgebung

Die bekannteste Lautäußerung der Katzen ist das Miau, Mauzen oder Maunzen. Untereinander wird es hauptsächlich von Kitten an ihre Mutter gerichtet, erwachsene Katzen unterhalten sich auf diese Weise nur selten. Im Zuge der Domestikation hat sich diese Art der Vokalisation jedoch bei der Kommunikation mit Menschen weiterentwickelt. Hauskatzen besitzen ein außerordentliches "Maunzrepertoir" mit sehr unterschiedlichen Tonhöhen, Variationen und Dauern, das durch entsprechende Reaktionen des Menschen verstärkt und gefördert werden kann. Katzen, die nicht beachtet werden, schweigen dagegen – wie übrigens auch Katzen mit sehr entgegenkommenden Haltern, die gar nicht erst zu maunzen brauchen.
Das Schnurren ist ebenfalls gut bekannt und auch beliebt, zeigt es doch die Friedlichkeit und meist auch das Wohlbefinden der Katze an. Es wird allerdings nicht nur zur Beschwichtigung, sondern auch bei Schmerzen geäußert; Hintergrund ist offenbar die Aktivierung der Selbstheilungskräfte durch die spezielle Frequenz des Schnurrens.
Unter Gurren oder Murren versteht man ein "stimmhaftes Schnurren" bzw. "schnurrendes Maunzen" zur Begrüßung von Sozialpartnern.
Fauchen
, spucken und schreien sind Ausdruck von Angst und Abwehr, während die drohende Katze knurrt.
Die typischen und lauten "Katzengesänge", ein auf- und abschwellendes Jaulen, sind an einen Rivalen gerichtete Drohlaute zur Einschüchterung.
Als Schnattern bezeichnet man schnelle, abgehackte Maunzer, die Katzen angesichts einer nicht erreichbaren Beute von sich geben, etwa wenn ein Vogel jenseits der Fensterscheibe sitzt.

Gestik und Mimik

Der Ausdrucksverhalten der Katzen ist sehr komplex und beinhaltet die gesamte Körpersprache. Dabei sind einzelne Elemente ebenso wichtig wie ihr Zusammenspiel, das durchaus widersprüchlich sein kann. Dies spiegelt jedoch nur das oft ambivalente Verhalten wider, etwa gleichzeitig auftretende Angst und Angriffsdrohung, deren Anteile sich jederzeit und schnell verschieben können. Dadurch ergeben sich schnell wechselnde Aus- und Eindrücke der Katze je nach Reaktion des "Gegners".

Mit der Gestik beschreibt man die Körperhaltung, die aufgerichtet oder geduckt, gestreckt oder mit "Katzenbuckel", mit angelegtem oder gesträubtem Fell sein kann, d.h. inklusive der Beinstellung. Die Schwanzhaltung ist ebenfalls aufschlussreich, z.B. hängend, unter den Bauch geklemmt, aufgerichtet, zitternd, wedelnd, mit gesträubten oder anliegenden Haaren.

Katzen besitzen außerdem eine vielfältige und aussagekräftige Mimik.
Die Ohren werden in die Richtung interessanter Geräuschquellen ausgerichtet, aber je nach Emotion auch flach angelegt, nach hinten gedreht, zur Kopfmitte hin zusammen- oder seitwärts auseinadergezogen.
Die Augenlider können weit aufgerissen oder zum "Schlafzimmerblick" entspannt werden. Einen direkten Augenkontakt empfinden die meisten Katzen übrigens bedrohlich, v.a. wenn ihr Gegenüber ihnen fremd ist, während ein Blinzeln beschwichtigend und freundlich bzw. friedlich wirkt. Die Pupillen reagieren auf den Lichteinfall, erscheinen im hellen Licht wie schmale Schlitze und bei Dunkelheit kreisrund, geben aber auch Auskunft über ihren Erregungszustand.
Auch die Vibrissen, die Sinus- oder Schnurrhaare, können Teil der Ausdrucksbewegungen sein, etwa wenn sie dicht an den Kopf angelegt, seitwärts gehalten oder nach vorne gefächert sind, oder beim Fauchen oder Spucken ruckartig nach oben aufgefächert werden.

Oft ist kätzisches Verhalten sehr subtil und wird von Menschen übersehen oder falsch gedeutet, z.B. das Fixieren und Blockieren von Artgenossen, dem leider nicht selten vorkommenden "Mobbing" von Katzen. Es lohnt sich daher, Katzen auch dann genau zu beobachten, wenn sie sich unauffällig verhalten, und die eigenen Kenntnisse in Kätzisch zu trainieren, um Fehlinterpretationen, meist durch Vermenschlichung, zu vermeiden und die Katze/n besser zu verstehen.

Markieren

Das Markierverhalten kann auch mit optischen Signalen gekoppelt sein, etwa beim Kratz-, aber auch beim Harnmarkieren, in erster Linie dient es jedoch der Kommunikation durch Gerüche, speziell durch Pheromone. Dies sind chemische Botenstoffe, die Informationen übermitteln bzw. beim Empfänger unwillkürliche Reaktionen auslösen, z.B. Balzverhalten. Diese Geruchsstoffe bestehen aus recht großen Molekülen, die zwar für ihren Weg vom Sender zum Empfänger länger brauchen als eine Lautäußerung oder die Körpersprache, aber auch länger wirken. Sie sind mehrere Tage, manche sogar Monate lang wahrnehmbar, jedenfalls von Katzen, werden jedoch im Laufe der Zeit von Bakterien zersetzt. Um die "Laufzeit" einer solchen Botschaft zu verlängern, muss sie die Katze sie also immer wieder erneuern.

Wissenschaftler haben schon einige dieser Botenstoffe entschlüsselt, allerdings ist uns der größte Teil noch immer ein Rätsel, wohl nicht zuletzt, da es uns Menschen als "Augentiere" und Mikrosmaten (die mit dem schlechten Geruchssinn) schwer fällt, uns in die sehr stark von Gerüchen geprägte Welt der Katzen und anderer Tiere zu versetzen. Ein wichtiger Teil ihrer Kommunikation bleibt uns leider verborgen, weil wir diese Signale nicht wahrnehmen können.

Kratzen

Das Kratzen, sprich Krallenwetzen, ist ein recht vielschichtiges Verhalten. Es dient einerseits der Krallenpflege, da die äußeren Hornscheiden der Vorderpfoten-Krallen am rauen Untergrund abblättern. Andererseits ist es als Kratzmarkieren auch Teil der Kommunikation, kann durch die Kratzspuren optisch, durch die Pheromone der Pfotenballen (Fußgeruch) geruchlich und durch die Kratzgeräusche akustisch wahrgenommen werden.

Draußen findet man Kratzspuren an Bäumen, Holzzäunen, -hütten etc., die meist eine faserige, "zerstörbare" Oberfläche besitzen, möglichst weit sichtbar sind, aber in der Nähe der Kernzone stehen. Meist sind es senkrechte Strukturen, manche Katzen kratzen aber auch gerne über waagerechte Objekte, z.B. liegende Hölzer.
In der Wohnung werden gerne Türrahmen, Treppengeländer, Sofas und andere Möbel, aber auch Musikboxen und Teppiche zum Krallenwetzen und Kratzmarkieren benutzt und beschädigt.

Kratzbaum, Kratzbrett oder Kratzlandschaft sind die vom Handel bereitgestellten Katzenmöbel, die diesen Zweck erfüllen sollen. Ob sie angenommen werden, hängt vom Standort, von der Standfestigkeit, vom Geruch und weiteren Faktoren ab, aber auch davon, ob die Katze sich schon auf eine andere Kratzgelegenheit "eingeschossen" hat, das Markierverhalten also umgerichtet werden muss.

Wenn eine Katze mit den Hinterpfoten kratzt, dann ist dies Teil eines Kampfes oder des spielerischen Verprügelns eines "Sparringpartners".

Harnmarkieren

Markierungen mit Harn sind die von uns am meisten gefürchteten Äußerungen der Katze, da sie den Wohnraum bzw. die Einrichtung angreifen bzw. zerstören. Meist sind senkrechte Strukturen betroffen, etwa Türrahmen, Haus- oder Wandecken, Stuhl- oder Tischbeine etc., an denen der Harn herabrinnt und am Boden eine kleine Pfütze bilden kann.

Die "Tätigkeit" wird meist mit einer sehr charakteristischen Körperstellung und Verhaltensweise ausgeübt: Die Katze wendet ihr Hinterteil mit leicht gekrümmtem Rücken und aufgerichtetem Schwanz einem Objekt zu, dreht ihm das Hinterteil zu, hebt mehrmals abwechselnd die Hinterbeine, die Schwanzspitze zittert oder zuckt und es wird ein Urinstrahl nach hinten abgegeben. Kätzinnen können auch in normaler "Pinkelstellung" auf den Boden harnspritzen. Die so "behandelte" Stelle wird – im Gegensatz zum Harn-Absetzen – anschließend nur selten beschnuppert.

Das Harn-Spritzen gehört zu den natürlichen Verhaltensweisen der Katzen, durch das sie mit Artgenossen kommunizieren und ihre Reviere markieren. Es wird am häufigsten von intakten (unkastrierten) Tieren gezeigt (Kater häufiger als Katzen) und tritt nach einer Kastration mit nur noch 10 %-iger Wahrscheinlichkeit auf, aber auch kastrierte Katzen können harnspritzen. In der Wohnung kann sich dies schnell zu einem Problem entwickeln.

Gesichts- und Allomarkieren

Katzen markieren Teile ihres Revieres sowie ihre Sozialpartner mit Pheromonen aus Talgdrüsen an Kopf und Körper, die wir jedoch nicht riechen und daher oft übersehen. Bekannt sind uns aber die dazu gehörenden Verhaltensweisen:

Beim Gesichtsmarkieren reibt die Katze Mund und Wange bis zum ihrem Ohr an unserer Hand oder an vorstehenden Kanten und Ecken, manchmal mit leicht geöffnetem Mund. Waagerechte Flächen werden auch mit dem Kinn berieben.

Beim Allomarkieren streicht die Katze mit ihrer Körperseite an unseren Beinen entlang, sie reibt sich aber auch an Artgenossen oder anderen Sozialpartnern und überträgt Gerüche durch soziales Putzen. Dies führt zusammen mit den Gesichtsmarkierungen zur Bildung eines gemeinsamen Nestgeruches, der Vertrauen schafft.

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Tierverhaltenstherapie – catility

Dipl.-Biol. Birgit Rödder

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